Die Magna und der böse Lima Regler

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Die Magna und der böse Lima Regler

Beitragvon Terz » Sa 17. Jun 2017, 15:04

So hallo Freunde....

Da mir in einem Jahr 3 mal der Regler durchgeknallt ist, habe ich mich etwas genauer mit dem Thema Spannungsregler beschäftigt.

Das OEM Teil Regelt die Spannung mit Dioden und Transistoren, welche bei hohen Strömen sehr viel Wärme abgeben... Kommt es zur Überhitzung knallt der Regler irgendwo durch. Im besten Fall macht der Regler gar nichts mehr (so wie bei mir, deshalb konnte ich trotzdem weiterfahren), im schlechtesten Fall kocht er eure Batterie und es riecht ordentlich nach faulen Eiern unterm Sitz :lol: (ein weiterer, aber recht unwahrscheinlicher Fall, er Zerstört die Lima durch Überstrom)
Bild
Diese Technik ist nicht für hohe Ströme ausgelegt und sehr anfällig (oder braucht sehr viel Kühlung um ordentlich zu funktionieren). Zusätzlich hat sie keinerlei Sicherheitseinrichtungen gegen Übertemp. und verabschiedet sich ohne Vorwarnung


Nachdem ich wusste wer der übeltöter war und durch mein Elektrinikwissen, suchte ich nach alternativen zu diesem Regler. Also suchte ich nach Mosfet Rectifiern!
Ein Mosfet ist ein Halbleiter Bauteil und arbeitet weitaus energiesparender unter Last. https://de.wikipedia.org/wiki/Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor Falls es einen interessiert.
Weniger Energieverbrauch=weniger Wärme!
Vorteile: Saubere Spannung, weniger Wärmeabgabe, weniger Leistungsaufnahme
Nachteile: Größerer Schaltungsaufwand (mehr Bauteile), teurer

Ich klick mich also durchs Inder-net und finde einen Hersteller von diesen Mosfet Rectifiern https://www.rmstator.com/en_ww/

Dort gibt es tatsächlich einen Regler der vom Lochbild und vom Platz in unser Moped passt und auch die richtigen Stecker hat
https://www.rmstator.com/en_ww/products/mosfet-voltage-regulator-rectifier-for-ducati-1998-2012-honda-1986-2015-suzuki-1997-2012-atv-honda-2011-2014

Blöd ist halt das es aus Kanada kommt... ABER... Ich war voller Elan und hab gesucht und gesucht!!! JA ES GIBT IHN! Den deutschen Händler!
http://www.tmf-racing.net/

Unter der Rubrik RMstator findet ihr den Regler RM30504H! http://www.tmf-racing.net/RM30504H-Voltage-Regulator-Rectifier-Ducati-98-12-Honda-CBR-600-87-90-Suzuki-Vstrom-02-09
Ein weiterer Vorteil dieses Regler ist, er hat Sicherheitsfunktionen, die den Regler abschalten bevor er überhitzt und er schaltet sich dann von selbst wieder ein, sobald die Temperatur wieder i.O. ist.
RMStator selbst, ist ein kanadischer Hersteller der im Motorsport tätig ist und hierfür Limas+Regler baut.

Ich hab jetzt natürlich nach Erfahrungsberichten gesucht! Bei den Amis habe ich dann meine Antworten gefunden. 2 Leidensgenossen deren Regler regelmäßig (Heißt es deswegen Regler weil es Regelmäßig kaputt geht ? :mrgreen: ) durchgeflogen sind, haben 2012 und 2014 auf diesen Mosfet Regler umgerüstet (damals noch Universal Regler von RMStator, mit Stecker selbst anbasteln) und seit dem haben sie keine Probleme mehr! Weitere Burschen haben diesen speziellen (Plug&Play) Regler nun seit einem Jahr eingebaut und melden ebenfalls Ruhe in Sachen brennend heißer Magna Regler.

Ich hab en nun eingebaut und werde es selbst sehen. Aber allein elektrotechnisch macht es absolut Sinn und wird definitiv das Problem lösen. Das einzig blöde an dem Ding ist, der hat so ewig lange Kabel.... Muss man kürzen oder verstauen.

So! Gruß, das wars.
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Re: Die Magna und der böse Lima Regler

Beitragvon Rainer » Sa 17. Jun 2017, 19:53

Hi Terz,
na da hast Du dich ja mal ordentlich reingekniet, vielen Dank dafür. Kaputte Regler gabs und gibt es bei der RC 43 ja alle paar Wochen im Forum. Wenns mich erwischen solllte müßen wir mal vergleichen ob das Teil auch für die SC 12 passt aber wahrscheinlich eher nicht.

Gruss aus Erding

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Re: Die Magna und der böse Lima Regler

Beitragvon Hirbel » Sa 17. Jun 2017, 23:26

Doch

Das Teil passt für jede Drehstromlichtmaschine - nur die Anschlüsse können anders sein, dann muss man halt umpinen bzw. umklemmen oder umlöten, umcrimpen - wie auch immer.

Und ja Terz hat da den Mercedes der Regler rausgesucht - gerade gut genug für Magnaten - danke 8)

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Re: Die Magna und der böse Lima Regler

Beitragvon Oberbazi » So 18. Jun 2017, 00:25

Good job, lieber Terz!
Bewunder, bewunder ...
Liebe Grüße

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Re: Die Magna und der böse Lima Regler

Beitragvon Rainer » So 18. Jun 2017, 06:35

Morsche,
bin eh ein Fan von löten, weil es dann keine Übergangswiederstande gibt. Stecker sind zum aus/umbauen halt praktischer.

Gruss aus Erding

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Re: Die Magna und der böse Lima Regler

Beitragvon Hirbel » So 18. Jun 2017, 10:06

Moin

Löten und löten ist nicht immer das selbe, manche sagen löten und haben es eigentlich geklebt - praktisch mit dem Flussmittel :lol:

Es spricht auch nichts gegen die Quetschverbinder, wenn man das richtige Werkzeug hat, diese Blechzange die in den meisten werkzeugkoffern mit drin ist bitte in den Schrott schmeissen :!: :!: :!:

Mit diesen Dingern kann man keine vernünftige Verbindung herstellen, dann besser mit Flussmittel kleben :lol:

Was auch sehr gut funktioniert sind die Wagoklemmen mit den orangen Hebeln, du brauchst keine Aderendhülsen, kannst verschiedene Querschnitte miteinander verbinden und alles jederzeit leicht trennen und wenn man sie richtig positioniert mit den Öffnungen nach unten und evtl. mit einem Schutzschlauch machen die auch kein Problem bei Regen - brauchen nur etwas "mehr" Platz und sind nicht ganz billig :(

Und die Steckverbinder wollen gepflegt werden, manche reissen die mit brachialer Gewalt auseinander und verbiegen dabei die Kontakte - der erste Schritt für einen schleichenden Defekt in Richtung Batterie- oder Reglertod, oder wie Terz schon beschrieben hat in Sonderfällen sogar zu einer defekten Lima.

So und jetzt viel Spass allen - genug Fachgesimpelt 8)

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Re: Die Magna und der böse Lima Regler

Beitragvon Wolfgang » Mo 19. Jun 2017, 08:16

Rainer hat geschrieben:..... Kaputte Regler gabs und gibt es bei der RC 43 ja alle paar Wochen im Forum. Gruss aus Erding Rainer


Erwähnen sollte man aber schon, dass es immer wieder eine andere Magna ist.
Es ist also nicht so, dass die Magna reihenweise Regler "frisst" - vielmehr ist es wohl so, dass nach mehr oder weniger runden 20 Jahren (so alt sind wohl die meisten Magnas) die Lebenszeit der Regler abläuft.
Bei meiner eigenen hat der Originalregler 19 Jahre gehalten.

Voriges Jahr, als ich das Problem hatte, wurde viel von so "ebay-China-Reglern" für ganz kleines Geld geschrieben - auch von Terz.

Da ich mich aber an einen klugen Satz meines Opas erinnerte ... "Es gibt nichts teureres als was billiges" ... habe ich ein Originalteil für einiges über 100.- Euronen gekauft und verbaut.
Und hoffe jetzt natürlich, dass dieser wieder 19 Jahre hält - und bin gewillt, das persönlich zu kontrollieren ;)

Wenn er vorher draufgeht, dann greife ich natürlich auf die neueste Technik die Terz hier vorgestellt hat zurück.
Danke dafür Terz!
Servus aus München

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Re: Die Magna und der böse Lima Regler

Beitragvon Hirbel » Mo 19. Jun 2017, 09:57

Hi

Möchte noch anmerken das mir aufgefallen ist das die meisten Regler gleich zu Anfang der Saison aufgeben, wenn die ersten warmen Tage kommen - Zufall, glaube ich nicht.

Hatte es jetzt zweimal - letztes Jahr bei mir selbst - und vor kurzem bei einem Bekannten, das die Batterie schlagartig von einer auf die andere Minute zusammen gebrochen ist.

Beide waren wartungsfreie Flies Batterien mit der Eigenart das sie bei kleiner Belastung und laufenden Motor 12 Volt hatten und bei hoher Drehzahl, wo eigentlich die Spannung auf 13,8 Volt rum steigen sollte die Spannung auf 10 Volt runter ging.

Das heisst im Klartext wenn hoher Ladestrom fliesst hat mindestens eine Zelle eine Art Kurzschluss.

In beiden Fällen war innerhalb kurzer Zeit das Reglergehäuse dermassen heiss das man sich fast die Finger verbrannt hat, also Gehäusetemperatur in der Gegend um 90 Grad somit haben die Leistungsbauteile im inneren mehr als 100 Grad was sehr schnell zur Zerstörung führt (bei einem primitiven Chinaregler natürlich umso schneller), weil in dem Moment der Strom auf ein mehrfaches steigt als im Normalzustand.

Ich möchte also leise behaupten das ( wartungsfreie !? ) Batterien die am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind und nicht getauscht werden auf Dauer auch den Regler killen.

Hab damals, wie schon an anderer Stelle erwähnt, eine stinknormale Batterie aus einem Aufsitzmäher für 35 Euro eingebaut die immer noch drin ist, und hoffe natürlich das mein Regler nichts abbekommen hat.

Es bleibt noch zu erwähnen das herkömmliche Bleiakkus, wenn sie am Ende sind, meistens einfach nur matt werden was vom Fahrer ja bemerkt wird weil sie beim Starten nicht mehr durchzieht.

Wer dann die Batterie nicht tauscht und das Moped anschiebt zum Starten ist selber schuld.

Es gibt noch den Fall das der Regler bereits wegen der vorher alten und defekten Batterie eine Macke weg hat -> zwar eine neue Batterie eingebaut wurde und dann der bereits defekte Regler wiederum die neue Batterie in kurzer Zeit zerstört, das ist dann der faule Eier Geruch Effekt bei einer normalen und der Balloneffekt bei einer geschlossenen Batterie, die wird zuerst mal rund bevor sie zu riechen beginnt :(

Also meine Empfehlung die Batterien zum Saisonstart im Auge behalten über Winter ausbauen und gelegentlich laden (evtl. Erhaltungsladegerät gibt´s mittlerweile schon unter 20 Euros) und beim geringsten Zweifel tauschen.

Wer besonders viel Geld über hat, so knappe 200 Euros, kann sich ja auch eine Lithiumionen reinkaufen die dürfte länger halten hat mehr Kapazität und wenn sie verschlissen ist bemerkt man das weil sie bei längerer Standzeit einfach von selbst leer wird bzw. keine Ladung mehr aufbaut, hab da aber in Fahrzeugen keine Erfahrung.

Ach und niemals den Motor ohne Batterie laufen lassen z. B. abklemmen bei laufenden Motor, das kann den Regler auch killen, je nach Bauart :!:

Upps jetzt hab ich´s schon wieder übertrieben :mrgreen:

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